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Geschichte des Schlossmuseums

Wir laden Sie ein, sich über die Schlossgeschichte in Pszczyna in der Zeit 1914 - 1917 zu informieren und sich die Fotogalerie anzuschauen.

Um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert regierten auf den Gütern von Pszczyna die Fürsten von Teschen. 1517 hat Kasimir II., Fürst von Teschen, das Landgut von Pszczyna an den ungarischen Herrscher Alexius Thurzo verkauft. Auf diese Weise ging die Herrschaft der Piasten auf dem Pszczynaer Gebiet zu Ende. Es wurde ein Freistaat mit Pszczyna als Hauptstadt gegründet. Der Freistaat umfasste auch folgende Städte: Mikołów, Bieruń und bis 1536 Mysłowice.

1548 wurde der Freistaat ein weiteres Mal, diesmal an den Breslauer Bischof Balthasar Promnitz verkauft, der während der Reformationszeit sich in Neiße aufhielt.
Die Herrschaftszeit der Familie Promnitz (1548-1765) ist die Zeit des Umbaus der gotischen Wehranlage in eine prachtvolle und repräsentative Residenz im Renaissancestil. Nach 1737 wurde das Schloss in einen dreiflügeligen Barockpalast umgebaut und erweitert.

Das zweistöckige Renaissanceschloss mit Säulengängen entstand auf dem Plan eines irregulären Vierecks. Sein Aussehen kennen wir von den Aufzeichnungen, die im Archiv des Fürsten aufbewahrt werden und von der Ansicht, die sich auf der berühmten Landkarte von Andreas Hindenberg (1636) erhalten hat. Von diesem Bau ist die Pforte der Auserwählten erhalten, die von Consilio Milius 1687 gebaut wurde. Sie diente als Sitz der Schlosswache.

In der stürmischen Zeit des damaligen Europas trat vor allem einer der hervorragendsten Barockkomponisten, Georg Philipp Telemann (1681-1767), in Erscheinung. In den Jahren 1704-1707 war er der Kapellmeister und Organist in Pszczyna. Heute können leidenschaftliche Musikliebhaber seine Musikstücke im Spiegelsaal des Schlossmuseums während der seit 1979 organisierten „Abendgesellschaften bei Telemann“ erleben.

Die nächsten Eigentümer von Pless (1765-1846), die Fürsten von Anhalt-Köthen-Pless, haben den Tiergarten in einen Park umgestaltet und weitere Gebäude errichtet. In dieser Zeit entstanden: das Fasaneriepalais in Poręba (Projekt Karl Langhans) neben der 1792 gebauten Fasanerie und der klassizistische Ludwikowka-Palast, der von Wilhelm Pusch in der Nähe der Gartenanlage in Pszczyna errichtet wurde.

Nach dem Aussterben der Fürstendynastie von Anhalt-Köthen-Pless, wurde das Landgut an Hans Heinrich X., den Grafen von Hochberg, (Enkel mütterlicherseits des Fürsten Friedrich Erdmann von Anhalt-Köthen-Pless und Familienoberhaupt der Hochbergs aus Książ in Niederschlesien) übernommen. 1850 wurde ihm der Rang eines Fürsten von Pless verliehen, der seit diesem Zeitpunkt an den ältesten Nachkömmling übergeben wird. Heute wohnt Bolko, der 6. Fürst von Pless, Graf von Hochberg in München.

Nach dem Tod Hans Heinrichs X. erbte sein ältester Sohn Hans Heinrich XI. (1833-1907) die Landgüter von Pless und Fürstenstein. Er herrschte auf dem Schloss am längsten (1855-1907). Zum 50. Jubiläum seiner Herrschaft erhielt Hans Heinrich XI. die Würde eines Herzogs Mit der Herrschaftszeit dieses Herzogs ist die aktuelle Gestalt des Schlosses sowie die Erweiterung der Grünanlagen bis zum Jagdschloss in Promnice bei Tychy verbunden. In dieser Zeit wurde Pszczyna von preußischen Königen, deutschen Kaisern und ihren königlichen Gästen aus ganz Europa besucht. Fürst Hans Heinrich XI. hatte die Funktion des Jägermeisters am Berliner Kaiserhof. Deswegen war es unabdingbar, eine prachtvolle Residenz eines Fürsten zu haben.

In den Jahren 1870-76 wurden die Umbauarbeiten der Residenz in Pszczyna (Chateau Pless) auf der Grundlage des Projekts des hervorragenden französischen Architekten Alexander Hipolit Destailleur durchgeführt. Die Fassaden des auf dem Grundriss eines Hufeisens angelegten zweistöckigen Schlosses erhielten eine architektonische Verkleidung im Stil der französischen Architektur des 17. Jahrhunderts. Auf der Stadtseite wurde ein Vestibül mit einem dreiläufigen Treppenhaus, einem monumentalen Esszimmer (ein Tisch mit 32 Stühlen) und mit zwei großen Spiegeln aus dem 19. Jh. errichtet. Jeder der Spiegel hatte eine Fläche von ca. 14 m2.

Nach dem Tod des „alten Herzogs“ übernahm Fürst Hans Heinrich XV. (1861-1938) das Landgut von Pszczyna. Seine Frau war eine englische Schönheit, Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, Fürstin von Pless, auch Daisy genannt (1873-1943). Nach der Hochzeit in London traf sie in Pszczyna im Dezember 1891 ein. Ihre ersten Erinnerungen hat sie in ihrem Tagebuch festgehalten. "Hier befanden sich einige Hektar von Terrassen, Gärten und viele gleichgültige Skulpturen. Eine herrliche Ordnung repräsentativer Räume mit großem luxuriösen Akzent, jedoch fehlt es an Komfort und Bequemlichkeit, sogar an einem privaten Badezimmer!“

In den Jahren 1914-1917 spielte das Plesser Schloss eine bedeutende historische Rolle als Hauptquartier des Kaisers und Sitz des Generalstabs der deutschen Armee. Hier, in Pszczyna, haben der Kaiser, der Generalstabchef Marschall Paul von Hindenburg und der Generalstabchef für das Ostheer General Erich von Ludendorff militärische Entscheidungen getroffen, die wesentlich das Schicksal Europas mitbestimmten.

Nach der Volksabstimmung im Jahre 1922, wurde Pszczyna Teil des polnischen Staates. Im Park entstand eine neue Nekropole, in der sich das Grab des jüngsten Sohnes von Daisy, des Grafen Bolko (Vater des jetzigen Fürsten von Pless) und des Fürsten Hans Heinrichs XV. befinden.

Nach dem Einmarsch der Roten Armee in Pszczyna im Februar 1945 wurde im Schloss ein Krankenhaus eingerichtet. Das Schloss samt seiner Ausstattung und der Kristallriesenspiegel blieben erhalten. Am 9. Mai 1946 wurde die Flügeltür des Schlosses in Pszczyna für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Anfänge des Museums waren bescheiden. Es wurde nur eine Ausstellung in einigen Räumlichkeiten des ersten Obergeschosses präsentiert. Sie zeigte wertvolle Werke der Schmuckkunst, die aus der Herrschaftszeit der Familie Hochberg stammten und im Schloss aufbewahrt wurden.

Es muss betont werden, dass das Museum über ca. 80% der originalen Ausstattung von der Wende des 19. und 20 Jahrhunderts verfügt. Im letzten Jahrzehnt wurden Restaurierungsarbeiten durchgeführt, die dazu führten, dass auf der Grundlage erhaltener Ikonographie und archivaler Inventaraufnahmen ehemalige Funktionen und Inneneinrichtungen wieder hergestellt wurden. Dabei wurden die Originalbemalung und die originalen Vergoldungen entdeckt.
Das Schloss in Pszczyna gehört zu den wenigen Museen dieser Art in unserem Teil Europas, die eine reiche, historische Ausstattung erhalten haben. Ein Beleg für die Richtigkeit der angenommenen Konzeption der Restaurierungsarbeiten war das Ehrendiplom mit dem das Museum 1995 ausgezeichnet wurde: „Für sorgsame Nachbildung der Innenräume des Schlosses mit ihrer Ausstattung, die auf eingehender, historischer Forschung basiert und den Glanz vom Anfang des 20. Jahrhunderts wiederhergestellt hat.“ Das Ehrendiplom wurde durch die Organisation Europa Nostra verliehen, die ihren Sitz in Den Haag hat und sich dem Schutz des europäischen kulturellen Erbes und der natürlichen Umwelt gewidmet hat.

Am 9. Mai 2001, zum 55. Jahrestag der Museumsgründung, wurde die nächste Dauerausstellung „Miniaturenkabinett“ und eine Sonderausstellung „Ankäufe von 1986-2001“ eröffnet.

Maciej Kluss

Historia Muzeum

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